OA Statistik
Warum Open-Access-Statistik?
Ein hoher Journal Impact Factor (JIF) gilt als Zeichen für die Qualität einer Zeitschrift und der in ihr erscheinenden Artikel. Der JIF ist jedoch nicht unumstritten, da diese Messung der Zitationshäufigkeit lange nicht alle wissenschaftlichen Zeitschriften umfasst, einige Dokumentengattungen komplett ausschließt sowie die Berechnung nicht für den einzelnen Artikel, sondern jeweils für die gesamte Zeitschrift erfolgt.
Eine Alternative zum JIF sind Nutzungsstatistiken. Sie bilden das Interesse am Zugang zum Inhalt einer Veröffentlichung ab und ermöglichen so eine nutzungsbasierte Bewertung. Aufbauend auf den Nutzungsmustern lassen sich zudem Empfehlungsdienste und Relevanzkriterien erstellen. Open-Access-Dokumente unterliegen keinen Zugangsbeschränkungen, so dass sie eine sehr gute Basis für die Erhebung von Nutzungsstatistiken und die Etablierung eines international vergleichbaren und standardisierten Verfahrens bilden.
Diese Gedanken greift Open-Access-Statistik (OA-Statistik) auf, um
- durch die Gewinnung international vergleichbarer Nutzungsstatistiken und
- durch das Angebot einer dauerhaften Infrastruktur zur Erfassung und Verarbeitung von Nutzungsdaten
die Akzeptanz von Open Access bei Autoren und Rezipienten von wissenschaftlichen Publikationen zu erhöhen.
Das Projekt
OA-Statistik wird von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) gefördert. Das Projekt wurde maßgeblich durch die DINI (Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e.V.) – und dort durch die Arbeitsgruppe "Elektronisches Publizieren" – initiiert.
Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen), der Computer und Medien Service (CMS) der Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin), die Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek Saarbrücken (SULB Saarbrücken) und Universitätsbibliothek Stuttgart (UB Stuttgart) kooperieren mit nationalen und internationalen Partnern. In der zweiten Projektphase ist die Verbundzentrale des GBV (VZG) als weiterer Projektpartner hinzugekommen.
1. Projektphase
Laufzeit: Mai 2008 - Dezember 2010 (incl. kostenneutrale Verlängerung)
Ziele:
- Aufbau einer dauerhaften Infrastruktur zur Erfassung und Verarbeitung von Nutzungsdaten
- Entwicklung und Etablierung eines einheitlichen Standards zur Ermittlung von Zugriffszahlen und Statistiken
- Anbieten von Serviceleistungen für Repositorien-Betreiber und Nutzer
- Entwicklung von Guidelines zur Implementierung der Services
- Empfehlungen im DINI-Zertifikat
2. Projektphase
Laufzeit: April 2011 - Juli 2013
Ziele:
- Erweiterung der OAS-Infrastruktur um weitere deutsche Repositorien und Bereitstellung von standardisier-ten Nutzungsstatistiken
- Erhöhung der Akzeptanz von Open Access bei Autoren und Rezipienten von wissenschaftlichen Publikationen durch exaktere Metriken und Mehrwertdienste
- Kooperationen für international vergleichbare Nutzungsstatistiken
- Anbieten einer nachhaltigen Service-Infrastruktur
Projektpartner UB Stuttgart
In der 2. Projektphase hat die UB Stuttgart u.a. folgende Aufgaben übernommen:
- Evaluation von Nutzungsstatistiken in webbasierten Anwendungsfeldern mit dem Ziel, die vorhandene Basis-Infrastruktur zur Erhebung und Austausch interoperabler Nutzungsdaten aus Repositorien auszuweiten
- Unterstützung bei der Etablierung von standardisierten Nutzungsstatistiken: Wissenstransfer und Support, Organisation von Workshops, Öffentlichkeitsarbeit
- Organisation des Erfahrungsaustauschs mit nationalen und internationalen Partnern und verwandten Projekten
Projektansprechpartner in der UB Stuttgart
- Dr. Matthias Schulze, Tel. +49 (711) 685-82509
- Justine Haeberli
Weitere Infos und Links
Informationen zu technischen Hintergründen, zu den im Rahmen des Projektes erstellten und gehaltenen Präsentationen, Publikationen und Poster sowie erste Teilergebnisse (Software zum Download) erhalten Sie auf der Projektwebsite von Open-Access-Statistik.
Daniel Beucke, Justine Haeberli, Julika Mimkes: Open-Access-Statistik – Vom Projekt zum Dienst. In: Bibliothek Forschung und Praxis. Band 36, Heft 3, Dezember 2012, S. 312-318.

